"Weighing in Motion" von Althen

Dynamische Gewichtsmessung für mehr Prozesssicherheit im Güterverkehr

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13. Oktober 2020
Nach erfolgreichen Tests bei der französischen SNCF bringt die Althen GmbH Mess- und Sensortechnik das dynamische Wiegesystem AWIM (Althen Weighing in Motion) auch in Deutschland auf die Schiene. Über die Gewichtsmessung können Belastungen der Infrastruktur festgestellt sowie Maßnahmen zur Predictive Maintenance ergriffen werden.

Die Schienennetze der Deutschen Bahn sind stark belastet und vielerorts nicht in bestem Zustand. Sie müssen sowohl saniert als auch in besonderem Maße geschont werden. Mit AWIM bietet Althen ein Messsystem an, das zum einen dafür sorgt, Güterzüge und Waggons möglichst lange einsatzfähig zu halten, und zum anderen die Belastungen für Schienen und Weichen zu reduzieren.

Sensoren nach OIML zertifiziert

Mit dem AWIM-System werden Lokomotiven und Waggons insbesondere von Güterzügen im Geschwindigkeitsbereich bis 140 km/h beim Überfahren der an den Schienen angebrachten Wiegestation gewogen. Acht Wiegepunkte (basierend auf Kraftsensoren), die nach OIML (Internationale Organisation für das gesetzliche Messwesen) zertifiziert sind, erlauben eine sehr präzise Gewichtserfassung (die Genauigkeit beträgt je nach Geschwindigkeit 0,5 bis 1 Prozent) und -verteilung pro Lok, Waggon, Achse, Rad und Seite. Auch Flachstellen an den Rädern können detektiert werden. Ebenso lassen sich über das System mögliche Entgleisungen einzelner Achsen feststellen. Beides kann die Schienen massiv beeinträchtigen.

Möglich werden diese Erhebungen durch die ausgeklügelte Mathematik, die in dem Wiegesystem steckt und die in einer Cloud gesammelten Daten auswertet. Die dynamische Gewichtsmessung erlaubt so verschiedenste Rückschlüsse durch eine intelligente Analytik und Auswertung. Übergewicht oder eine einseitige Beladung sind verantwortlich für den Verschleiß der Schienen und stellen zudem ein Sicherheitsrisiko sowohl für den Zug als auch für die Infrastruktur, z. B. an Eisenbahnbrücken, dar.

Die frühzeitige Erkennung von Flachstellen und abgenutzten Komponenten hilft, plötzliche Ausfälle zu vermeiden und Beschädigungen rechtzeitig zu beheben. Hier kommen Effektivitäts- und Kostenüberlegungen ins Spiel: Wartungen können planbar, aber auch nur dann vorgenommen werden, wenn die Messparameter die Notwendigkeit anzeigen.

Geringe Ausfallzeiten dank schneller Montage

Das AWIM-System kompensiert selbstständig Temperaturschwankungen und Spannungen in den Schienen und ist in einem Temperaturbereich von - 30 bis + 80 Grad Celsius einsetzbar. Insgesamt ist das Wiegesystem gänzlich unempfindlich gegenüber Wettereinflüssen. Ein Pluspunkt ist auch die einfache und schnelle Montage ohne größere Umbauten in nur wenigen Stunden, sodass Ausfallzeiten gerade auf frequentierten Strecken sehr gering gehalten werden können. Abgesehen vom Schienennetz der Deutschen Bahn ist das dynamische Wiegesystem auch für privatwirtschaftliche Schienennetze wie in der Stahlindustrie, an Häfen oder im Kohleabbau interessant, um Wartung und Instandhaltung vorausschauend behandeln zu können.

Intelligente Lösungen wie AWIM unterstützen Bahnbetreiber dabei, die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit sowohl des rollenden Materials als auch der Infrastruktur zu gewährleisten.