Neigungsmessung für eine kontrollierte Schiffslage
Beladung, Ladungsbewegungen, Kraftstoffverbrauch oder wechselnde Betriebsbedingungen können die Gewichtsverteilung eines Schiffes verändern. Dadurch kann sich das Schiff seitlich neigen oder seine Lage in Längsrichtung verändern. Ballasttransfersysteme gleichen solche Veränderungen aus, indem Wasser zwischen verschiedenen Ballasttanks umgepumpt oder aufgenommen beziehungsweise abgegeben wird. Für eine gezielte Regelung muss die Steuerung die aktuelle Schiffslage zuverlässig erfassen können.
Neigungssensoren und Neigungsmesssysteme messen dazu den Winkel des Schiffes relativ zur Schwerkraft. Je nach Anwendung können sowohl die seitliche Krängung als auch die Trimmlage in Längsrichtung überwacht werden. Die Messwerte dienen als Eingangssignal für das Ballast- und Stabilisierungssystem.
Krängung und Trimmlage zuverlässig erfassen
Für die seitliche Überwachung reicht je nach Anwendung ein einachsiger Neigungssensor aus. Soll sowohl die Quer- als auch die Längsneigung des Schiffes erfasst werden, können zweiachsige Systeme eingesetzt werden.
Die kontinuierliche Neigungsmessung ermöglicht es, Veränderungen der Schiffslage frühzeitig zu erkennen. Das Ballastsystem kann darauf reagieren und die Gewichtsverteilung entsprechend anpassen.
Eine kontrollierte Schiffslage ist insbesondere bei wechselnder Beladung, Lade- und Entladevorgängen sowie bei speziellen Arbeits- und Offshore-Schiffen von Bedeutung. Sie trägt zum sicheren Betrieb bei und kann gleichzeitig helfen, ungünstige Trimmzustände zu vermeiden.
Robuste Sensoren für maritime Anwendungen
Sensoren im Schiffsbetrieb müssen dauerhaft zuverlässig arbeiten und gleichzeitig Vibrationen, Stößen, Temperaturschwankungen und hoher Luftfeuchtigkeit standhalten. Für solche Anwendungen stehen robuste industrielle Neigungssensoren und Neigungsmesssysteme zur Verfügung. Abhängig von der Messaufgabe können unterschiedliche Messbereiche, ein- oder zweiachsige Ausführungen sowie analoge oder digitale Ausgangssignale gewählt werden.
Robuste Gehäuse und eine geeignete elektromagnetische Verträglichkeit erleichtern die Integration in industrielle Steuerungs- und Automatisierungssysteme an Bord.
Produktkategorie
Industrielle Neigungswinkelmesssysteme
- Messbereich 0° bis 360°
- EMC-sichere Gehäuse
- Präzise und rauscharme Analogausgänge
Worauf ist bei der Auswahl des Neigungsmessystems zu achten?
Für eine zuverlässige Überwachung muss der Sensor auf das Schiff und das Ballastsystem abgestimmt werden. Wichtige Kriterien sind:
- Messachsen: Je nach Anwendung wird nur die Krängung oder zusätzlich die Trimmlage überwacht.
- Messbereich: Kleine Neigungsänderungen erfordern einen anderen Messbereich als Anwendungen mit größeren zulässigen Winkeln.
- Genauigkeit und Auflösung: Je präziser die Ballastregelung erfolgen soll, desto höher sind die Anforderungen an die Neigungsmessung.
- Dynamisches Verhalten: Schiffsbewegungen durch Seegang dürfen die Erfassung der für die Ballaststeuerung relevanten Lage nicht unnötig verfälschen.
- Ausgangssignal: Analoge Signale, Stromausgänge oder digitale Schnittstellen müssen zur vorhandenen Steuerung passen.
- Umgebungsbedingungen: Feuchtigkeit, Temperatur, Vibrationen, Schockbelastungen und elektromagnetische Einflüsse sind bei der Auswahl zu berücksichtigen.
- Grenzwertüberwachung: Je nach Anwendung können zusätzliche Schaltausgänge oder Alarmschwellen für kritische Neigungswinkel sinnvoll sein.
Insbesondere Messbereich, Dynamik und Signalaufbereitung sollten gemeinsam betrachtet werden, damit kurzfristige Schiffsbewegungen und relevante Veränderungen der statischen Lage zuverlässig unterschieden werden können.